HÄRLE AKTUELL

Brauerei Clemens Härle: seit 01. Januar zu 100 Prozent klimaneutral

Auf ihrem Weg zu einem möglichst ökologisch ausgerichteten Unternehmen hat die Brauerei Clemens Härle einen wichtigen Meilenstein erreicht: seit 01. Januar 2009 werden alle Härle-Biere wie auch das biologische Erfrischungsgetränk „SeeZüngle“ ausschließlich mit erneuerbaren Energien gebraut.
Bereits vor 15 Jahren hat die Leutkircher Brauerei – als eines der ersten Unternehmen in der Braubranche – eine ausführliche Ökobilanz erstellt und veröffentlicht. Auf der Grundlage der darin erhobenen Daten und einer eingehenden Analyse des Energie- und Umweltverbrauchs im gesamten Brauprozess wurde ein Konzept zur schrittweisen Umstellung des gesamten Betriebes auf regenerative Energieträger entwickelt.  

Fuhrpark fährt komplett mit Biodiesel  
 

Die erste Maßnahme: Die Einführung von Biodiesel. Seit 1998 wird der gesamte Fuhrpark – zwölf Lkws und vier Pkws – mit dem regenerativen Treibstoff aus Raps- und Sonnenblumenöl an der hauseigenen Zapfsäule betankt. Bei einem jährlichen Verbrauch von ca. 45.000 Liter liegt die damit verbundene Einsparung an klimaschädlichem CO² bei ca. 143 Tonnen. So konnten durch diese Umstellung von Mineral- auf Biodiesel bereits 17% des gesamten betrieblichen Ausstoßes an Treibhausgasen neutralisiert werden. Besonderen Wert legt die Brauerei dabei auf die Herkunft des alternativen Treibstoffs: Die eingesetzten Pflanzenöle werden ausschließlich in Deutschland erzeugt und veredelt, obwohl dies häufig mit Mehrkosten verbunden ist, die Ökobilanz von Biodiesel jedoch verbessert.  

Holzhackschnitzel aus der Region ersetzen Heizöl  
 

Den zweiten – und quantitativ größten – Schritt in Richtung Klimaschutz vollzog die Brauerei im vergangenen Sommer. In dreimonatiger Bauzeit wurde eine Feuerungsanlage für Holzhackschnitzel errichtet, die die gesamte Brauerei mit Wärme und Prozeßenergie versorgt. Die Anlage mit einer Kapazität von knapp 800 KW – dies entspricht dem Wärmebedarf von ca. 80 Einfamilienhäusern – ersetzt die bisherige Ölfeuerung mit einem jährlichen Verbrauch von ca. 120.000 Liter Heizöl. Damit wird der jährliche Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid um weitere 350 Tonnen reduziert.  

Verbrannt werden in der neuen Holzfeuerung naturbelassene Wald-Hackschnitzel aus der Region Oberschwaben-Allgäu, die der Maschinenring Leutkirch im Rahmen eines langfristigen Liefervertrags aufbereitet und an die Brauerei verkauft. „Die Umstellung auf Hackschnitzel aus unserer Region ergänzt auf ideale Weise unser konsequent regionales Unternehmenskonzept“, so Geschäftsführer und Mitinhaber Gottfried Härle. „Statt Putin und die Ölscheichs profitieren nun die Allgäuer Bauern von unserem Energiebedarf.“  

Abgasreinigung mit modernem Elektrofilter  
 
Wesentlicher Bestandteil der neuen Feuerungsanlage, die mit einem Investitionsvolumen von ca. 750.000 Euro verbunden war, ist ein moderner Elektrofilter, den die Brauerei freiwillig und ohne gesetzliche Auflage installierte. Mit dieser Technologie, die die Anlagenkosten um über 10% erhöhte, wird der gesetzliche Grenzwert für Feinstaubemissionen um rund 80% unterschritten. Gottfried Härle: „Aus Rücksicht auf unsere Nachbarn und aufgrund der Lage unserer Brauerei im Stadtgebiet war es für uns selbstverständlich, dass wir bei der Abgasreinigung – unabhängig von gesetzlichen Vorschriften – auf den modernsten Stand der Technik setzen, auch wenn dies mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist.“ Diese Mehrkosten wurden übrigens auch nicht aus öffentlichen Mitteln bezuschusst: die gesamte Holzfeuerungsanlage wurde ohne staatliche Fördergelder realisiert.  

Anbindung eines Nahwärmenetzes  
 
Neben der Brauerei werden im Rahmen eines kleinen Nahwärmenetzes noch fünf weitere Gebäude am Rande des Betriebsgeländes von der neuen Holzfeuerungsanlage mit Wärme versorgt – darunter auch der Brauereigasthof zum Mohren. Durch den Ersatz der bisherigen Erdgasheizungen in diesen Gebäuden erhöht sich die jährliche Einsparung an klimaschädlichem CO² um ca. weitere 100 Tonnen.  

Seit 01. Januar: Ökostrom von der Naturstrom AG  
 
Die letzte große Maßnahme auf dem Weg zum 100% klimaneutralen Unternehmen wurde am 01. Januar umgesetzt: Seit diesem Tag bezieht die Brauerei ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen – also aus Wasser, Sonne und Wind. Lieferant dieses Ökostroms ist die Naturstrom AG aus Düsseldorf, die als erstes Unternehmen bereits 1999 mit dem Gütesiegel der Kategorie „Gold“ von namhaften Umweltverbänden ausgezeichnet wurde und keinen Strom mit den fragwürdigen RECS-Zertifikaten vertreibt. Außerdem betreibt die Brauerei auf ihrem eigenen Betriebsgelände bereits seit mehreren Jahren zwei größere Photovoltaikanlagen, mit denen ca. 8% des betrieblichen Strombedarfs erzeugt werden. Eine weitere Solarstromanlage soll in diesem Frühjahr ans Netz gehen.  

Gesamteinsparung pro Jahr: 900 Tonnen CO²  
 
Der Bezug von Ökostrom führt zu einer weiteren Vermeidung von klimaschädlichen CO²-Emissionen in Höhe von rund 325 Tonnen pro Jahr, so dass im Rahmen der Gesamtumstellung des Brauereibetriebs auf erneuerbare Energien unser Klima jährlich um ca. 900 Tonnen Kohlendioxid entlastet wird.  

Erste Brauerei in Deutschland, die komplett auf erneuerbare Energien umsteigt  

Nach eingehenden Recherchen ist die Leutkircher Brauerei Clemens Härle die erste Brauerei in Deutschland, die zu 100% - vom Brauprozess bis zum Fuhrpark – mit regenerativen Energien betrieben wird.  

„Mit dieser Umstellung auf erneuerbare Energien werden wir den Herausforderungen gerecht, die der Klimawandel an uns alle stellt. Als Unternehmer tragen wir eine besondere Verantwortung für den Schutz unserer Umwelt. Dies gilt vor allem auch im Hinblick auf unser Klima, da ein ganz erheblicher Anteil der Treibhausgas-  
belastung von der Wirtschaft verursacht wird“, so Gottfried Härle. „Wenn wir mit unserem Vorbild dazu beitragen können, dass auch andere Unternehmen ihre Klimaschutzbemühungen verstärken, dann freut uns das ganz besonders.“  

Beitrag zur langfristigen Unternehmenssicherung  
 
Gottfried Härle ist darüber hinaus aber auch überzeugt, dass er mit der klimaneutralen Ausrichtung seiner Brauerei bereits heute künftigen Anforderungen des Marktes und der Verbraucher Rechnung trägt: 70 Prozent aller Konsumenten in Deutschland – so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage – wollen wissen, wie viel CO² für Produktion und Transport eines Lebensmittels verbraucht wurde. Und über die Hälfte aller Deutschen wären bereit, für CO²-effizientere Produkte einen Aufpreis von durchschnittlich neun Prozent in Kauf zu nehmen. „In wenigen Jahren wird die CO²-Belastung von Produkten ein wesentliches Kaufkriterium sein. Und wenn auf unseren Bierflaschen-Etiketten dann schon heute drauf steht: ‚100 % klimaneutral gebraut’ – umso besser. Die konsequente ökologische Ausrichtung unserer Brauerei ist damit auch ein wesentlicher Beitrag zur langfristigen Sicherung unseres Unternehmens.“

Veröffentlicht am: 16.08.2009
Zurück zur Übersicht

Nächste News

 
Getränkemärkte in Ihrer Nähe, in denen die Bierspezialitäten unserer Brauerei angeboten werden, finden Sie ganz leicht mit unserem Bezugsquellen-Finder ...
   

 

Fatal error: Call to undefined function zeitnahme() in /mnt/web224/c0/72/53895172/htdocs/www2.haerle.de/includes_for_all/footer.inc.php on line 17